Die Karasekschenke
An der Grenze von
Oberlausitz und Böhmen (Tschechien) liegt idyllisch
in Neuwalde am Waldsaum die Karasekschenke mit einem gemütlichen
Biergarten, einem Kinderspielplatz und einem Ziegengehege.Etwa 1750 vom
Gut Oberleutersdorf als Forsthaus erbaut, standen später
Kühe in den ehrwürdigen Mauern, wurden Fallschirme gelagert,
ratterten Maschinen zur Federnherstellung und es zechten natürlich
auch fröhliche Menschen.
Seit 1998 ist das Forsthaus als Gaststube
wieder geöffnet. In
drei urgemütlichen Räumen, von purer Geschichte umgeben,
kann man schlemmen, träumen und sich unterhalten.
Unsere Schenke war im 18.Jahrhundert bis 1849 auf sächsischem
Gebiet an das mit Neuwalde südlich und dem sogenannten Böhmischen
Dörfel
südöstlich eine böhmische Enklave angrenzte.
Räuberhauptmann Karasek
Hier
hatte um 1795 der legendäre Räuberhauptmann Karasek seinen
Ausgangs- und Fluchtpunkt für die Raubzüge mit seiner Bande
in der Greibichschenke, wo er eingeheiratet hatte. Das Dörfl (Niederleutersdorf)
unter böhmischer Hoheit, umgeben
von sächsischem Gebiet, machte die Verfolgung des Karasek fast aussichtslos
schwer. Trotzdem gelang es Dragonern des 102. Kursächsischen Regiments
von General Gersdorf im August 1800 Karasek und seiner Bande habhaft zu werden.
Nach dreijähriger Haft in Bautzen, wo er durch Gerichtsbeschlüsse
aus Wittenberg und Leipzig zum Tode verurteilt, danach aber zu lebenslanger
Baugefangenschaft vom Kurfürsten begnadigt wurde, kam er in die Bastion
nach Dresden. Dort starb Karasek 1809 an den Qualen seiner Festungshaft.
Da Karasek durch die örtliche Nähe auch öfters im Forsthaus
zechte und die ersten aufgegriffenen Bandenmitglieder hier festgehalten wurden,
nannte man es seit etwa hundert Jahren nur noch „Karasekschenke“, worauf
unser offizieller Name beruht.